Eine Abhandlung über die Moral des Mittelmasses

Link zur Publikation:

http://www.amazon.com/VULKAN-Moral-Mittelmasses-German-ebook/dp/B0041HXOWO/ref=sr_1_1?ie=UTF8&m=APZETQFSWU1YM&s=digital-text&qid=1283364051&sr=1-1

Auszüge aus dem Werk:
Wer mit dieser Moral paktiert, geht ihr in die Falle, aus der er nie mehr herauskommt.

Weil diese Moral die Menschen in eine trügerische Sicherheit wiegt, hat sie die Wirkung eines Opiats, ein Opiat, das selbst den Herzschlag eines Individualisten hemmt.

Nach der Ära 150 Jahre Liberalismus und Fortschritt müsste Kant, der Aufklärer  schlechthin, den kategorischen Imperativ widerrufen; durch das Fehlen seelisch-sittlicher Kräfte, die im 20. Jahrhundert in Verruf geraten, im 21. Jahrhundert aber, im Zeitalter des Banausentums, hinfällig geworden sind, fehlt ihm die Grundlage dazu.

Auf Deutsch: Aus tiefster Seele predigt diese Moral die “Gleichheit der Menschen”, wobei das Mittelmass aufgewertet und das schaffende, freiheitsliebende Herz, das mit Leistung aufwartet, abgewertet wird.

Nach der Ära 150 Jahre Liberalismus und Fortschritt wäre für Goethe und Schiller der heutige Fortschritts- und Perfektionswahn eine Degenerationserscheinung, ein Anzeichen für fehlende Zukunft, erklärbar durch eine  f l a c h e  Weltsicht ohne Perspektive.         Kant indes würde den Neoliberalismus als Guerilla des Konsumterrors an den Pranger stellen. Und Hegel? Ja, dieser schwadronierte wie eh und je von der Jetztzeit mitsamt dem modernen Erfolgs-Menschen. Allein Schopenhauer würde schweigen.

Das Volksempfinden im 21. Jahrhundert ist indes nicht mehr profan zu nennen, dies  eigentlich schon lange nicht mehr, genaugenommen seit der Verweltlichung durch den politischen Wahn und der Gehalt- und Geistlosigkeit durch den totalen Konsum, nein, diese von den Medien manipulierte Gesellschaft, in welcher das Individuum auf den Konsum gedrillt, erinnert nicht im entferntesten an ein Volk, aus dessen Mitte der Geist des freiheitsliebenden Schaffenden zu ihm spricht.

Seitdem der Hohepriester des Konsums das Szepter übernommen hat und über die Welt regiert, gleicht die Welt, mit den Medien als Dompteure der Gesellschaft, einer Manege, wo der Dompteur die Gesellschaft mittels gezielten Reizen, welche die niederen Instinkte ansprechen, dressiert, sodass aus ihr mittlerweile eine neugierige, sensationslüsterne und konsumhörige Gesellschaft geworden ist, mit einem Wort: eine Konsumgesellschaft, die sich nach Belieben steuern lässt.

Dieser Ton war dominant und gehörte nicht einer dominierten Gruppe von objektiven Karrieristen an. Da, wo sie herkam, schenkte man Karriere und Erfolg gerade mal soviel Beachtung, wie man einer unnützen Anschaffung schenkt, nämlich soviel respektive solange, bis sie einem verleidet ist. Man denkt dort nicht in Karrieren, huldigt deshalb weniger dem Zeitgeist als einem Geist, der in Generationen zu denken vermag. Man legt Statusbewusstsein an den Tag, ein Status, der bekanntlich nicht über Nacht kommt, wie beispielsweise ein Geld- oder Karrieresegen. Dieser Status ist gewachsen
über Jahre, über Jahrzehnte hin, über all die Generationen und daher Gift für all jene Marktschreier und Karrieristen, die meinen, sie seien auf dieser Welt unübertrefflich, die Welt gehöre sozusagen ihnen, an ihnen geschehe gleichsam die Erfüllung all jener Generationen vor ihnen, an die sie sich nicht mehr erinnern, ja niemals in ihrem Gedächtnis waren, und gäben hier, heute und jetzt den Ton an, wonach sich alle richten sollen. Nun, da ihnen der Zeitgeist insoweit recht gibt, als sie obenauf mitschwimmen,
gleichsam auf der Erfolgswelle, liebäugeln auch sie mit Status: – jenem der Prominenten, die in Zeitschriften abgebildet sind (als Sklave eines Images sogar auf Werbeplakaten), die im Fernsehen sich produzieren und von der Schokoladenseite präsentieren dürfen, wo sie von Propagandisten und Priestern des Konsums bewundert, angebetet und zu Ikonen erklärt werden, sodass der glotzende Kleinbürger nicht anders kann, als darauf  hereinzufallen.

Dieser andere Status, der eine Erfindung des modernen Märchens ist, kennt keine Grenzen mehr. Er ist deshalb weder an ein Land noch an eine Kultur gebunden. Man versteht sich hier als moderner Kosmopolit, als VIP mit gelecktem Image, als Erfolgsautor mit sozial-liberalem Hintergrund, als Wohltäter der Menschheit, kurz, als eine sehr wichtige Person, die sich gern ein leutseliges Ansehen gibt und ausschliesslich ein Kriterium zu erfüllen hat, dies mit Inbrunst und falschem Stolz: – das Kriterium des einen Geschmacks der Konsumenten, die aus dem Niemandsland der Banausen kommen. Was hier stutzig macht: Dass manchmal auch ein prominenter Schaffender darunter ist, der sich vom Zeitgeist, diesem mittlerweile infantil gewordenen Geist des 21. Jahrhunderts, verführen lässt. Er spricht zwar noch seine Sprache, aber er ist allem Anschein nach zuwenig Philosoph, denn sonst würde er die vom Hohepriester des Konsums reglementierten Rollenspiele durchschauen.

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